Plaudereien an der Kaffeetafel

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Geschichtliche Plaudereien über Gera vor 200 Jahren. Foto: TAG Geschichtswerkstatt

Zum Plauderstündchen lädt die TAG Geschichtswerkstatt am 01.Dezember bereits um 15.00 Uhr mit einer Plauderei an der weihnachtlichen Kaffeetafel ein. Gegen 16.30 Uhr stellt Dieter Bauke (Kulturbund Gera e. V., FG Heimatgeschichte) Heimatdichtungen zweier Geraer Autoren aus der Goethezeit vor.

Zum einen widmet sich Dieter Bauke dem Geraer Bildungsdichter Christian Friedrich Eisenschmidt (1763 – 1827). Eisenschmidt entstammt einer Untermhäuser Handwerkerfamilie. Nach der Untermhäuser Schule besuchte er das Geraer Gymnasium. Schon hier begann er mit ersten dichterischen Versuchen und zeigte seine Begabungen. Im 18. Jahrhundert war ein Aufstieg aus dem Handwerkerstande zu akademischen Würden nicht üblich und mit schweren Entbehrungen verknüpft. Als 1780 der große Stadtbrand wütete, hinterließ dieses Ereignis unauslöschliche Eindrücke bei ihm. Nach einem Studium in Jena und mehreren Berufsjahren in Pößneck kehrte Eisenschmidt nach Gera zurück. Hier gründete er eine Familie und kam durch seine Tätigkeiten, unter anderem auch mit dem Fertigen von Abschriften, der Dichtkunst immer näher. So wurde er mit seinen Heimatdichtungen in Gera immer populärer. In seinem 64. Lebensjahr erlag Eisenschmidt den Folgen eines Schlaganfalles

Weitere Dichtungen stammen von dem Geraer Naturdichter Johann Gottlieb Nündel (1768 – 1842).

Was heute „Arbeiterdichter“ heißt, hieß früher „Naturdichter“. Nündel war bei Lebzeiten über Geras Mauern hinaus bekannt und beliebt. Der Vater bestimmte seinem Sohn zur Zimmermannslehre bei dessen Großvater. Hier begannen seine ersten Dichtversuche. Nach der Lehrzeit begab er sich, wie damals üblich, auf Wanderschaft. Nach dem Tode des Vaters kehrte er zurück und gründete einen Hausstand. Der Napoleonische Krieg und andere politische Ereignisse flossen in seine Dichtungen ein. Im Jahre 1810 legte er der Öffentlichkeit seine erste Gedichtsammlung vor. Mit dem Amt des Schultheißen in seinem Heimatdorf wurden Nündels Dichtungen offener und scherzhafter. In leicht gebauten Strophen schildert Nündel, wie die Bürger zur Maienzeit in Scharen nach Pöppeln zum Feiern hinauswandern. Sein zweiter Gedichtband wird zu seinem 50. Geburtstag veröffentlicht. Am 19.April 1842 stirbt der Dichter an Altersschwäche.

Dieter Bauke stellt zum „Plauderstündchen“ eine heitere Auswahl der Dichtungen beider Dichter vor.

Dieser Artikel wurde GERAaktuell als Pressemitteilung zugeschickt. Wir haben diesen Artikel unverändert veröffentlicht.

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