Sepp Herberger – Weltmeister des Opportunismus

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Symbolbild: Pixabay

Oder: Kontinuität einer westdeutschen Karriere

Zu einem Vortrag von Richard Dollinger lädt das Geraer Gespräch der Rosa-Luxemburg-Stiftung für den 8. November, 18.00 Uhr in das Stadtmuseum, Museumsplatz 1, ein.

Der 8. Mai 1945, die Stunde Null. Es folgt das BDR-Wirtschaftswunder, der Film „Fräulein Wunder“ und schließlich das „Wunder von Bern“. Deutschland wird Fußballweltmeister. Eine wunderbare Zeit, wunderbarer Weise ohne Vergangenheit. Zarah Leander konnte schon 1942 singen: „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen.“ Nur ein Jahr später, 1943, wird Ludwig Erhardt im Reichssicherheitsausschuß das Wirtschaftswunder, die soziale Marktwirtschaft, vorbereiten.

Bundeskanzler Adenauer hatte mit Hans Globke den Kommentator der Nürnberger Rassegesetze an seiner Seite und Bundestrainer Sepp Herberger, der Zauberer von Bern, war seit 1936 Reichstrainer. Sepp Herberger, der Deutschland wieder Anerkennung in der Welt brachte, hat eine typische deutsche Karriere. Sie begann unter den Faschisten und setzte sich bruchlos nach 1945 fort. Herberger

ist ein Musterbeispiel des deutschen Karrieristen, der dabei war und doch nichts davon wußte. Der Mannheimer Bub wollte zuerst nur spielen und dann nur trainieren und dennoch scheint, im scheinbar Unpolitischen, das Politische auf.

Der Fußball gibt sich unpolitisch, gespielt wird immer und überall. Der Vortrag von Richard Dollinger will aufhellen, daß im Unpolitischen das Politische liegt und er bietet zugleich ein unterhaltsames und lehrreiches Beiprogramm zur Fußballweltmeisterschaft.

Dieser Artikel wurde GERAaktuell als Pressemitteilung zugeschickt. Wir haben diesen Artikel unverändert veröffentlicht.

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