Finnische und Italienische Lehrer auf Hospitationsreise in Geraer Schulen

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Robert Mur aus Sterzing/Südtirol dankt im Namen der Delegation Heike Födisch für die Organisation der Hospitationswoche. Foto: Wolfgang Hesse

Im Rahmen des Projektes „Lebensraum Schule – eine gesamteuropäische Strategie zur Verbesserung von Bildungschancen“ des Erasmus+-Netzwerkes im Bereich Schulbildung weilte eine Delegation aus Finnland und Italien vom 26.9. bis zum 1.10. in Gera.

 

Das Hauptziel waren Hospitationen in den drei Geraer Projektschulen, den Grundschulen „Am Bieblacher Hang“, der Pfortener Grundschule und der Thüringer Gemeinschaftsschule Ostschule (Europaschule). Erasmus+ ist ein Programm zur Förderung von ganzheitlicher Schul-, Berufs-, Jugend- und Erwachsenenbildung in Europa. Das EU-Projekt läuft vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2024 und wird mit einer Summe von rund 253.000 Euro unterstützt.

 

Unter dem Namen „Job Shadowing“ kamen jeweils vier Teilnehmer*innen aus Finnland und Italien nach Gera. Sie vertraten zwei Schulen aus Südtirol, Eppan und Sterzing, sowie zwei Schulen aus Kuopio in Finnland.

 

Heike Födisch, Projektverantwortliche aus dem Jugendamt der Stadt Gera, zog gemeinsam mit Lehrerinnen und Lehrern der Ostschule und den Gästen Bilanz und bat um ein Feedback. Besonders viel Lob gab es für die renovierten Räumlichkeiten der Europaschule. Inzwischen haben die meisten Unterrichtsräume Namen Geraer Partnerstädte und Europäischer Städte. „So wurden Rom und Helsinki bereits vergeben“, berichtet Sybille Thomae, verantwortlich für Erasmus+ an der Ostschule. Sie unterrichtet Geschichte und Sozialkunde, kümmert sich um alles, was den Europagedanken beinhaltet und organisiert Veranstaltungen. „Die Ideen für die Städtenamen kamen von den Schülern. In den nächsten Wochen werden die Räume entsprechend ausgestaltet“, sagt Sybille Thomae.

„Wir haben unterschiedliche Klassengrößen erlebt, unterschiedliches Klientel in den Klassen, auch abhängig davon wo die Schule liegt“,berichtet Robert Mur aus Sterzing in Südtirol. „Gerade die Ostschule strahlt mit ihrem Bau ein einmaliges Flair aus. Das Equipment hat uns begeistert, jeder Schüler erhält ein Tablett. In sechs Räumen gibt es interaktive Tafeln, das macht Spaß und ist beneidenswert.“

 

„Wir haben sehr engagierte Lehrerinnen und Lehrer erlebt“, betonen die finnischen Gäste. Auch das Modellprojekt mit jahrgangsübergreifenden Paten hat beeindruckt. Dieses Projekt wird vom Bundesprogramm „Demokratie leben“ gefördert und soll die Mitbestimmung der Schüler fördern und die Übergänge zwischen den Schuljahren und Klassen erleichtern, erklärt Heike Födisch.

 

Den Montessori Gedanken, der an der Pfortener Schule gelebt wird, nehmen die finnischen Gäste mit nach Hause. „Das betrifft die soziale Arbeit an der Schule in einer neuen Dimension. Die Sprache zwischen Lehrern und Schülern ist sehr höflich, was sich in der Disziplin wiederfindet. Wir müssen bei uns mehr auf Disziplin achten“, betont Leena Hartikainen von der Von Wrightin koulu in Kuopio.

Bereits Ende November findet im Rahmen des Erasmus + Projektes ein Gegentreffen in der Südtiroler Partnerschaft Sterzing statt.

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